Schachfestival Biel

Stephan Arounopoulos und Philippe Leick beim Schachfestival Biel

Gerlinger Anzeiger vom 12. August 2010

Nach dem hervorragenden Ergebnis aus dem Jahr 2009 kam es für unseren Spitzenspieler Stephan Arounopoulos nicht in Frage, das Meisterturnier beim internationalen Bieler Schachfestival dieses Jahr auszulassen. Mit der Gerlinger Nr. 2 Philippe Leick, der im allgemeinen Turnier spielte, hatte er sogar Verstärkung mitgebracht.

Blick in den Turniersaal

Die Hauptattraktionen war das Großmeisterturnier, für das die Veranstalter dieses Jahr 10 junge, vielversprechende Spieler eingeladen hatten, darunter Vorjahressieger Maxime Vachier-Lagrave aus Frankreich und den italienischen Nachwuchsstar Fabiano Caruana. Nach den regulären 9 Runden lagen Caruana, Vachier-Lagrave und der in Europa bisher wenig bekannte Vietnamese Nguyen Ngoc Tron Son vorne. Die Entscheidung musste also im Tiebreak fallen. In den dafür vorgesehenen Blitz- und Schnellschachpartien zeigte Fabiano Caruana die stärksten Nerven und konnte das Turnier am Ende für sich entscheiden. Er ist damit der erste italienische Sieger in der Geschichte des Bieler Großmeisterturniers.

Anish Giri (links, verdeckt) und Fabiano Caruana bei der Analyse

Für Stephan Arounopoulos lief das Turnier weniger gut als im Vorjahr; nach einem normalen Start hagelte es ab der 5. Runde Niederlagen. Erst gegen Ende des Turniers fand Stephan seine Form wieder, gewann die letzten beiden Partien und konnte mit 4,5 Punkten aus 11 Partien den Schaden noch einigermaßen in Grenzen halten. Den Sieg im Meisterturnier sicherte sich der favorisierte Großmeister Alexander Riazantsev (Russland) vor seiner Landsmännin Nadeshda Kosintseva und Leonid Kritz aus Deutschland.

Im allgemeinen Turnier erwischte Philippe Leick einen fast optimalen Start: Nach 4 Runden hatte er nur ein Remis abgegeben. Danach spielte er nur noch gegen Turnierfavoriten: Den ersten davon konnte er in der 5. Runde noch eindrucksvoll besiegen. In der 6. Runde stand es dann sehr schlecht um ihn, doch er verteidigte seine Stellung zäh und konnte seinem bereits siegessicheren Gegner in letzter Sekunde entkommen und ins Remis abwickeln. In Runde 7 nahm die Partie einen umgekehrten Verlauf, hier musste Philippe trotz zeitweilig sehr großen Vorteils am Ende mit Remis zufrieden sein. Runde 8 brachte dann wieder einen sauber herausgespielten Start-Ziel Sieg. Die Belohnung war ein Finale am ersten Brett, in dem beide Spieler durch die Wahl der Eröffnung klar machten, dass sie kompromisslos auf Sieg spielen wollten. Doch nach einigen taktischen Wendungen entstand ein Endspiel, in dem jedes Risiko bestraft worden wäre. Das folgerichtige Remis sicherte Philippe, der auf Position 25 (von 117 Teilnehmern) gesetzt war, den hervorragenden 4. Platz, ungeschlagen mit 7 Punkten aus 9 Runden. Sein Gegner Eric Sommerhalder aus der Schweiz sicherte sich mit dem Remis den Turniersieg.

7. Runde: Philippe Leick gegen Stefan Pasek

Zwei Wochen lang drehte sich im beschaulichen Biel, das an der Grenze zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz liegt, alles um das königliche Spiel. Überall gab es Plakate, Hinweise und Aktionen; das Kongresshaus bot einen zentral gelegenen und ideal geeigneten, luxuriösen Spielort. Nicht zuletzt berichteten die Schweizer Zeitungen täglich und ausführlich vom Turnier. All dies führt zu einer einmaligen Schachatmosphäre und macht das Bieler Schachfestival zu einem der schönsten Turniere in Europa.

Kongresshalle in Biel

Zusätzliche Informationen:

Homepage des Internationalen Bieler Schachfestivals: http://bielchessfestival.ch/de

Kommentierte Partien aus Biel

Bericht: Philippe Leick & Stephan Arounopoulos

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